Tierschutzverein Lünen e.V. fordert Kastrations- und Kennzeichnungspflicht
von Katzen in Lünen

Immer mehr unkastrierte und verwilderte Katzen leben in Lünen trotz großer Kastrationsaktionen unsererseits. Solche Tiere vermehren sich unkontrolliert und verbreiten verstärkt Krankheiten, stellen eine Belästigung der Bevölkerung und eine potentielle Gefahr für Singvögel dar. Die Tierheime sind restlos überfüllt und müssen häufig sogar einen Aufnahmestopp verhängen.

Auch die verwilderten Katzen selbst sind großem Leid ausgesetzt: Sie stammen alle von Katzen ab, die ursprünglich mehr oder weniger behütet in Menschenfamilien lebten, jedoch nicht kastriert wurden. Heimatlos geworden führen sie ein Leben voller Leid und Entbehrungen, da sie nicht für ein solches Leben gerüstet sind: Hunger, Krankheit, Behinderungen und ein früher Tod sind keine Seltenheit. Auch in Lünen fallen häufig Katzenbesitzer auf, die oftmals eine unkontrollierte Fortpflanzung zulassen und sich der überschüssigen Katzen auf tierquälerische und rechtswidrige Weise entledigen – dies können wir als Lüner Tierschutzverein bestätigen. 

Um diese Problematik auf lange Sicht eindämmen und schließlich völlig beenden zu können, ist die Kastrationspflicht für alle freilaufenden Katzen unerlässlich. Privathalter sind aufzufordern, ihre Tiere kastrieren zu lassen; Menschen, die wildlebende Katzen füttern, müssen auch in der Verantwortung stehen, diese mit Hilfe des Tierschutzvereins kastrieren zu lassen. Nach dem Eingriff werden die Tiere gekennzeichnet, um sie zukünftig problemlos identifizieren zu können.


Bedenkt man, dass eine geschlechtsreife Katze im Normalfall zweimal im Jahr 4-6 Nachkommen zeugt, kann man sich ausmalen, wie sich die Situation immer weiter verschärft. Diagramm von PETA

Seit 2009 hat der Tierschutzverein Lünen 411 herrenlose Katzen bzw. Kater kastriert sowie 171 Katzenbabys eingefangen und in ein gutes Zuhause vermittelt. Trotz dieser Erfolge stoßen wir personell und finanziell immer mehr an unsere Grenzen und verzeichnen zur Zeit wieder eine unkontrollierte Flut von streunenden Katzen und Jungtieren. Unser Verein allein kann gegen diese erschreckende Situation des Katzenelends nicht mehr ankommen.

Die Stadt Paderborn hat vorgemacht, was die einzig zukunftsfähige Lösung für alle Städte sein muss. Dort wurde das Gebot im Jahr 2008 auf Initiative der ansässigen SPD-Fraktion erlassen. Mittlerweile haben bereits ca. 80 Kommunen, darunter Nachbarstädte wie Schwerte, Waltrop und Recklinghausen das Kastrationsgebot eingeführt. Städte in NRW mit Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für Katzen

Stand September 2013:

Leider hat sich die Stadt Lünen gegen die Einführung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht entschieden. Als Gründe wurden unter anderem genannt, dass von den herrenlosen Katzen keine Gefahr ausgehe. Um eine solche Verodnung zu erlassen, müsse eine abstrakte Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung (seitens der Katzen!) ausgehen.

Auch wenn wir diese Argumentation nicht nachvollziehen können, da auch viele andere Städte und Kommunen diese Verordnung erlassen haben, werden wir uns weiterhin für die Einführung einer solchen Pflicht einsetzen, um das Elend der streunenden Katzen zu verringern. Die Stadt Lünen ist uns allerdings kürzlich (April 2014) entgegengekommen und arbeitet an einem Kompromiss, damit wir auch weiterhin herrenlose Tiere kastrieren und tierärztlich versorgen lassen können. Das hilft uns enorm und dafür sind wir sehr dankbar, auch wenn es nur ein Teilerfolg ist.

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